20. November 2013

Google fahndet mit neuem Patent nach Schwafel-Inhalten

Vergangenen Monat ging ein Beben durch die Landschaft der Suchmaschinenoptimierer. Bekannt geworden war, dass Google es mit einem neuen Patent auf minderwertige Inhalte in den Suchergebnissen abgesehen hat. Im Wesentlichen geht es bei der Methode darum, Schwafel-Inhalte durch maschinelle Spracherkennung zu identifizieren und bei Erreichen eines bestimmten Werts im Ranking herabzustufen.

Inzwischen gehört der Begriff der Gibberish Scores – so der Name der Methode – zum festen Vokabular all derer, die sich mit dem Thema Content und Suchmaschinen beschäftigen. Im Deutschen hat sich dafür bereits der Begriff Schwafel-Score etabliert. In seinem Artikel „Google Scoring Gibberish Content to Demote Pages in Rankings?” beschreibt Bill Slawski als erster die wichtigsten Grundzüge des Patents. Ein grundlegender Artikel dazu erschien wenige Tage später auf t3n.de unter der Überschrift „SEO: Google-Patent berechnet den Schwafel-Score einer Website“.

Die Methode setzt von 2 Seiten an, nämlich dem Sprach-Score und dem Stuffing-Score.
Der Sprach-Score ermittelt, inwiefern der Text Wortfolgen enthält, die nicht der natürlichen Sprache folgen. Das Textmuster kann beispielsweise verraten, ob die Inhalte maschinell übersetzt oder durch ungelernte Arbeitskräfte erstellt wurden.
Der Stuffing-Score deckt auf, ob im Text Wortfolgen in unnatürlicher Häufung vorkommen, er also durch Übererfüllung seine Absicht verrät.

Ergeben Sprach-Score und Stuffing-Score zusammen auffällige Negativwerte, kann dies zur Herabstufung im Ranking führen. Die Folge sind relevantere Suchergebnisse und damit auch bessere Ergebnisse für kontextbezogene Werbung. Der Schwafel-Score soll denjenigen das Leben schwer machen, deren Geschäftsmodell auf mechanischer Optimierung beruht. Gleichzeitig spielt die Methode all jenen in die Hände, die auf qualitätsvolle Inhalte setzen. Qualität und Passgenauigkeit der Suchergebnisse stehen also im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Was Google unter Qualität versteht, lässt sich übrigens sehr genau in den sogenannten Inhaltsrichtlinien nachlesen. Im Abschnitt „Automatisch generierte Inhalte“ werden z.B. verschiedene Arten von nutzlosen Inhalten ohne Mehrwert für den Nutzer beschrieben. Die regelmäßige Lektüre der Google-Richtlinien empfiehlt sich gerade auch denjenigen, die qualitätsorientiert arbeiten, damit sie den Lohn ihrer Arbeit auch wirklich ernten können.

Die Qualitätsrichtlinien von Google finden Sie unter diesem Link:
https://support.google.com/webmasters/topic/2371375?hl=de&ref_topic=1724125


Von Walburga Wolters